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HANDBALL - Untere Ligen sollen nach Ende des Lockdowns schnell wieder spielen

OSTFRIESLAND. Mit den Vereinen der Ober- und Verbandsligen hat der Handballverband Niedersachsen (HVN) bereits über mögliche Modelle bei einem Neustart der Saison 2020/21 diskutiert. Nun gibt es auch erste Zeichen von der Handballregion Ems-Jade, die die unteren Spielklassen organisiert. Karsten Hogen, Trainer des Regionsoberligisten HSG Friedeburg/Burhafe, wünscht sich zu gegebener Zeit den Dialog, sieht dem Ganzen aber auch entspannt entgegen.

Neustart im Februar angesetzt

Der erweiterte Vorstand hat jetzt in einer Sitzung die Fortsetzung des Spielbetriebes am 6. Februar angedacht und will bis Juni/Juli die verbleibenden Spiele austragen. Im September, so hoffen die Verantwortlichen, sollte dann die Saison 2021/22 in einigermaßen geordneten Bahnen starten können. „Im Seniorenbereich ist der Plan, mit dem bestehenden Spielplan wieder einzusteigen, damit nicht unnötig viele gebuchte Hallenzeiten wegfallen“, erklärt der Vorsitzende der Handballregion Ems-Jade, Helmut Schuirmann, in einer Mitteilung.

Spieltage werden angehängt

Die ausgefallenen Spieltage werden an den letzten Spieltag am 24./25. April angehängt. Bei den übrigen offenen Spielen sollen sich die Vereine untereinander einigen. Die nachzuholenden Spiele können innerhalb der Wochen nachgeholt oder auch an den Spielplan über den 25. April hinaus angehängt werden. Dem Plan des Vorstandes geht die Hoffnung voraus, dass die Sporthallen Mitte Januar wieder geöffnet werden. „Sollte es wieder losgehen, bräuchten wir vier bis acht Wochen Vorlauf bis zum ersten Punktspiel“, sagt Karsten Hogen.

Das Problem besteht aktuell vor allem darin, dass die Sporthallen in ganz Deutschland geschlossen sind und weder trainiert werden kann, noch darf. „Allein die Öffnung der Hallen bis Januar könnte schwierig werden“, spekulierte Hogen bereits vor der Mitteilung des Vorstandes. Und der Coach der HSG Friedeburg/Burhafe erkennt noch ein Problem: „Als wir im Sommer wieder in die Halle durften, waren anfangs die Duschen noch gesperrt. Wenn das jetzt wieder der Fall sein sollte, werden wir nicht trainieren.“ Nach 90 Minuten Sport könne man niemanden durchgeschwitzt nach draußen in die Kälte schicken.

„Nichts übers Knie brechen“

Ab der Landesliga aufwärts scheint es das Credo zu geben, dass es weitergehen und die Saison irgendwie zu Ende gebracht werden muss. Für die unteren Klassen mache es „keinen Sinn, das dann hauruckartig durchzuziehen“, sagt Hogen. „Bevor man irgendwas übers Knie bricht, könnte man zumindest darüber nachdenken, die kleineren Ligen auszusetzen.“ Eine Spielzeit 2020/21 hätte dann nie stattgefunden und die Teams könnten die Zeit mit Freundschaftsspielen überbrücken.

Einfachrunden oder Playoff-Turniere

„Ich glaube kaum, dass wir noch eine normale Runde spielen können“, erklärt der HSG-Coach und verweist darauf, dass manche Teams erst ein oder sogar noch gar kein Spiel absolviert haben. Falls ab dem 6. Februar nicht gespielt werden kann, sollen je nach Möglichkeit Einfachrunden und eventuell Playoff-Turniere absolviert werden. Hierüber werde zu gegebener Zeit nochmals beraten, teilt der Vorstand weiter mit.

aus "Anzeiger für Harlingerland" vom 04.12.2020