Leichtathletik - Läufer haben 500 000 Kilometer in den Beinen

Ostfriesland / Ulm: Damit haben die Verantwortlichen nicht gerechnet. Mehr als 9000 Läufer haben sich am Duell Schwaben gegen Ostfriesland beteiligt. Kurz vor Weihnachten hatten die Organisatoren des Ulmer Einstein-Marathons das Ossiloop-Team herausgefordert. Wer zusammen mit seiner Laufgemeinde zuerst 100 000 Kilometer absolviert, hat gewonnen. Dieser Titel ging mit großem Vorsprung an die Athleten von der ostfriesischen Halbinsel und ihre Unterstützer. Schon am 27. Dezember standen die Sieger fest.

Doch die Schwaben steckten ihre Niederlage gut weg und setzten auf die Gesamtkilometer die bis zum Ende der Aktion gelaufen werden. Angesetzt war die Laufchallenge für den Zeitraum bis zum 10. Januar. Und daran wurde festgehalten. Doch auch hier sah es lange nicht gut aus für die Ulmer und ihr Team. Zwischenzeitlich hatten sich die Läufer aus dem hohen Norden so weit abgesetzt, dass sie die Schwaben überrundet hatten. Mehr als 100 000 Kilometer Vorsprung standen für die Ostfriesen zu Buche. Ähnlich wie beim Ossiloop hatte die Sportler der Ehrgeiz gepackt. Innerhalb der Lauftreffs, Vereine, Familien, Schulklassen und Firmengruppen entwickelten sich kleine Duelle, wer denn mehr Strecke machen würde. Andere sahen die Laufchallenge als gute Gelegenheit, sich selbst herauszufordern. Der Esenser Kevin Schelken ließ sich dabei vom zwischenzeitlich stürmischen Wetter nicht aufhalten. Der Wald war wegen des starken Winds tabu, also ging es auf die Bahn. Was für viele Athleten wie ein Alptraum klingt, war für ihn ein Sonntag nach seinem Geschmack: Im Stadion des NIGE absolvierte er einen Marathon. 107 Runden auf der Tartanbahn bei norddeutschem Schietwetter.

Um nicht schon wieder von den Ostfriesen abgestraft zu werden, gaben die Organisatoren der Challenge nun ein gemeinsames Ziel aus. Zusammen sollten 500 000 Kilometer erreicht werden. Und auch diese Marke ist inzwischen gefallen. Natürlich trugen die Ostfriesen den größeren Teil zur Gesamtdistanz bei, doch die Schwaben holten auf. Auch sie stehen inzwischen bei deutlich mehr als 200 000 Kilometern.

aus Anzeiger für Harlingerland" vom 08.01.2021

 

 

Das schlechte Wetter kann weder Ostfriesen noch Schwaben stoppen: Die Aktiven nähern sich rasant dem gesteckten 500.000 km Ziel. Auch die Läufer /  Walker / Geher vom MTV Wittmund haben ihren Beitrag zu dieser großartigen Leistung beigetragen!

 

 

 

LEICHTATHLETIK - Ostfriesen laufen 100 000 Kilometer in gut 100 Stunden und hängen die Kontrahenten aus Schwaben ab - Auch etliche Läufer vom MTV-Wittmund unterwegs

 
von Jochen Schrievers
 
 
 
                 
Zwischenstand vom Morgen des 29.12.2020
 
Zusammen mit mehr als 5000 Läufern aus der Region hat Thilo Janßen dafür gesorgt,  dass das Team aus Ostfriesland deutlich ihn Führung liegt.   BILD: Jochen Schrievers
 
Zusammen mit mehr als 5000 Läufern aus der Region hat Thilo Janßen dafür gesorgt, dass das Team aus Ostfriesland deutlich ihn Führung liegt. BILD: Jochen Schrievers

 

OSTFRIESLAND/ULM. Da haben sich die Schwaben wohl mit den Falschen angelegt. Die Organisatoren des Einstein-Marathons in Ulm haben die Verantwortlichen des Ossiloops herausgefordert, ihre Laufgemeinde zu mobilisieren und im sportlichen Wettstreit gegen das Team aus Schwaben anzutreten. Die Aufgabe war klar formuliert: Wer zuerst 100 000 Kilometer läuft hat gewonnen. Ebenso klar wie die Aufgabe war das Ergebnis. Die Ostfriesen haben mit Unterstützung von Sportlern aus der gesamten Region einen Kantersieg gefeiert.

Schwaben setzen auf Prominenz

Schon bevor am 22. Dezember der Startschuss fiel, ahnten die Schwaben, dass es eng werden könnte. Zu groß war die Beteiligung im hohen Norden. Werbewirksam setzten sie auf Sportprominenz. So trat für die Mannschaft des Einstein-Marathons unter anderem Dieter Baumann an. Baumann hatte 1992 olympisches Gold über 5000 Meter gewonnen. Doch auch das beeindruckte die Ostfriesen kaum. Zu Beginn der Challenge kamen auf jeden Starter der Schwaben zwei Läufer an der Küste. „Auch wenn die Ostfriesen mehr Anmeldungen haben als wir Schwaben, wir laufen ihnen einfach davon. Morgen werden wir sie überraschen“, hieß es aus Ulm. Doch daraus wurde nichts. Nach 24 Stunden hatten die Schwaben 7410 Kilometer absolviert. Sicherlich kein schlechtes Ergebnis, aber gegen die 21 528 Kilometer des Teams aus Ostfriesland einfach nicht genug. „Lasst uns dem kühlen Norden zeigen, was der wilde Süden trotz Corona noch im Kompressionsstrumpf hat“, hieß es vor dem Start noch großspurig.

Mehr als 5200 Starter im hohen Norden

Die Zahl der Teilnehmer stieg auf beiden Seiten stetig. Inzwischen haben sich auf der Seite des Einstein-Marathons mehr als 3600 Sportler registriert, die Ossiloper vermelden gut 5200 Athleten. Mit dabei ist auch Thilo Janßen. Der Fußballer des TuS Strudden hatte über die sozialen Medien von der Challenge erfahren und sich umgehend angemeldet. „Ich laufe ja sowieso, da musste ich nicht lange überlegen“, sagt Janßen. Als er am 22. auf seine erste Runde für den Vergleich mit den Schwaben ging, hatten andere schon fleißig Kilometer abgespult. „Einige haben heute Morgen schon 20 Kilometer hinter sich gehabt“, fügt er hinzu. Die absolvierten Strecken werden über die Apps oder auf den Internetseiten der Veranstalter eingetragen. Dadurch ist es möglich, fast in Echtzeit Zwischenstände abzurufen. Und die sahen für die Schwaben nicht gut aus. An den Feiertagen waren die Läufer fleißig unterwegs. Auch Thilo Janßen drehte in Friedeburg seine Runden. Die Challenge sei ein guter Anreiz, auch über Weihnachten zu laufen, erklärt er. Schließlich neigen auch Sportler dazu, es über die Feiertage etwas ruhiger angehen zu lassen. Druck machen will er sich aber nicht. Wie viele andere auch, läuft er sein normales Pensum und vielleicht ein paar Runden extra.

Zeiten spielen dabei keine Rolle. Laufen, Walken oder Spazierengehen – jeder zu Fuß absolvierte Kilometer zählt. Nach dem großen Erfolg des virtuellen Ossiloops im Mai ist die Laufbereitschaft in der Region ungebrochen. Neben Lauftreffs sind Nachbarschaften, Familien, Freundeskreise und andere Sportvereine unter einen Namen an den Start gegangen. Fuß-, Hand- und Volleyballer sind ebenso dabei, wie Sportschützen, Boßler und Turner. Wie beim Ossiloop haben sich auch viele Gruppen aus Firmen, Behörden und Schulen angemeldet.

Jeder läuft auf seiner Heimstrecke

Dabei ist jeder einzelne auf seiner Heimstrecke unterwegs. Und diese Strecken liegen nicht nur in Ostfriesland. Starter aus Friesland, Wilhelmshaven, dem Ammerland und Oldenburg sind ebenso dabei, wie zahlreiche Butenostfriesen. Gelaufen wird in Nordrhein-Westfalen ebenso wie in Schleswig-Holstein. Anmeldungen liegen auch aus dem Ausland vor. Selbst im Schwabenland sind einige Nordlichter für das Team Ossiloop unterwegs. Schnell machten Hochrechnungen die Runde, wann die 100 000 Kilometer geknackt werden. Doch das stürmische Wetter an der Küste sorgte für Verzögerungen. Bei vielen siegte Vernunft über Ehrgeiz und die Sportler verzichteten darauf, bei starkem Wind durch den Wald zu laufen. Am Sonntag um 12 Uhr war es aber soweit. Die Athleten aus dem hohen Norden erreichten als erste die magische Marke. Und viele konnten sich ein Grinsen nicht verkneifen, als sie auf den Zwischenstand blickten, denn die Schwaben hatten noch nicht einmal die Hälfte geschafft. Knapp 46 800 Kilometer standen zu diesem Zeitpunkt für die Teilnehmer aus dem Süden zu Buche.

Regionen mit ähnlichen Voraussetzungen

Dabei waren die Voraussetzungen durchaus ähnlich. Sowohl Ostfriesland als auch die Region Ulm/Neu-Ulm und die umliegenden Landkreise haben etwa 500 000 Einwohner. Doch die Laufbegeisterung im Norden ist offensichtlich größer. Dass aber mehr als 5000 Sportler für die Ostfriesen starten werden, damit haben auch die Verantwortlichen des Ossiloops nicht gerechnet. Immerhin sind das noch einmal 1700 Athleten mehr als bei der virtuellen Auflage des Etappenlaufs im Mai. Doch die Sportler haben sich an das neue Format gewöhnt. Auch wenn sie lieber in ihrer Gruppe und vorbei an Zuschauermassen laufen, hat die virtuelle Austragung auch ihren Reiz. Für Thilo Janßen spielt da die freie Wahl von Ort und Zeit eine große Rolle. Er ist selbst Fan des Ossiloops, doch er hat es erst ein Mal geschafft, teilzunehmen. 2013 ist er mit dem Team von Möbel Buss gestartet. Die gemeinsamen Touren mit dem Bus, die Masse an Läufern und vor allem die Zuschauer haben ihn begeistert. „Überall sind Leute und feuern dich an. Und die sind nicht nur für die Spitze da. Jeder wird unterstützt“, berichtet er. Gerne hätte er auch in den vergangenen Jahren mitgemacht, doch der Ossiloop kollidierte immer wieder mit seinen Verpflichtungen beim Fußball.

Noch ist für die Läufer nicht Schluss

Und mit Erreichen der 100 000 Kilometer ist noch lange nicht Schluss. Denn auch wenn das Etappenziel mit deutlichem Vorsprung absolviert wurde, geht die Challenge weiter. Am 10. Januar werden die Organisatoren sehen, welche Region mehr Kilometer in den Beinen hat. Der Vorsprung der Ostfriesen ist zwar beachtlich, doch die Schwaben haben noch nicht aufgegeben. Als im Norden der Sturm übers Land fegte, haben sie etwas aufgeholt. Viele fühlen sich an der Sportlerehre gepackt und wollen ihr Laufpensum in den kommenden Tagen noch erhöhen. Aber auch die Ostfriesen und ihre Mitstreiter aus der Region werden die Laufschuhe sicherlich nicht im Schrank verstecken. Vielleicht gelingt es sogar, die Schwaben zu überrunden und am 10. Januar einen Vorsprung von 100 000 Kilometern zu erreichen.

Bäume pflanzen durch Spenden

Ein Gewinner steht übrigens schon jetzt fest: das Klima. Denn die Schwaben pflanzen für jeden ihrer Teilnehmer einen Baum. Auch auf ostfriesischer Seite hat jeder Starter bei der Anmeldung die Gelegenheit, zu spenden. Für das Projekt Bäume pflanzen in der Stadt Leer sind bereist 14 500 Euro zusammengekommen. Die Organisatoren auf beiden Seiten hoffen, dass sich auch in den kommenden Tagen noch Läufer anmelden und so die Aktion unterstützen. Die Teilnahme an der Challenge selbst ist kostenlos.

Mehr Infos unter www.ossiloop.eu

aus "Anzeiger für Harlingerland" vom 29.12.2020

OSTFRIESLAND. (jos) Die Ossiloop-Challenge „Schwaben gegen Ostfriesen“ nimmt Fahrt auf. Mehr als 1000 Anmeldungen sind bereits eingegangen. Der Ulmer Organisator Markus Ebner hat nun das erste Ass aus dem Ärmel gezogen. Für das Team der Schwaben wird Dieter Baumann an den Start gehen. Baumann gewann bei den Olympischen Spielen 1992 in Barcelona die Goldmedaille über 5000 Meter. „Die Schwaben können nicht nur sparen, sie können auch laufen“, lautet die Kampfansage aus Ulm.

„Was nützt ein Dieter Baumann gegen je zwei Ostfriesen“, hält Ossiloop-Organisator Edzard Wirtjes dagegen. und seine Rechnung geht auf. Aktuell haben sich 1239 Schwaben angemeldet. Dem stehen mehr als 2500 Läufer aus Ostfriesland gegenüber.

Mehr Infos unter www.ossiloop.eu.

aus "Anzeiger für Harlingerland" vom 21.12.2020

 

OSSILOOP - Schwaben fordern Ostfriesen heraus

Die Läufer des Ossiloop werden zum Jahresende von denen des Einsteinmarathons in Ulm  herausgefordert.   ARCHIVBILD: Christoph Sahler
Die Läufer des Ossiloop werden zum Jahresende von denen des Einsteinmarathons in Ulm herausgefordert. ARCHIVBILD: Christoph Sahler

OSTFRIESLAND. (WRS) Ossiloop-Organisator Edzard Wirtjes gehen die Ideen für Veranstaltungen kaum aus. Er hat sich etwas Neues zum Jahresende ausgedacht. Eine Herausforderung für die Gemeinschaft der Ossilooper und ihren Freunden. Läufer aus Baden-Württemberg fordern die Ostfriesen heraus.

Wirtjes pflegt Kontakte ins Schwabenland. Er kennt die Macher vom Einsteinmarathon aus Ulm. Dort hielt er sich im Sommer auf und es wurde die Idee von einer Challenge geboren. Nun ist es so weit. Die Ulmer und ihre Mitstreiter glauben, dass sie vom 22. Dezember bis zum Sonntag, 10. Januar 2021 nicht nur eher die 100 000 Kilometer Laufen als die Ossilooper, sondern am Ende auch mehr Kilometer gelaufen, gewandert, gewalkt und spaziert sind.

Nord gegen Süd

Wirtjes freut sich auf das Nord-Süd-Duell. Er meint: „Die Zeit über Weihnachten wird in diesem Jahr außergewöhnlich. Reduzierte Kontakte, aber viel Zeit für Bewegung. Mit der Wintersonnenwende am 22. Dezember wird die Motivation, sich draußen zu bewegen, steigen. Die länger werdenden Tage, die Aussicht auf einen baldigen Impfstoff, machen Hoffnung und optimistisch auf ein besseres Jahr 2021.“ Wirtjes glaubt, dass die Challenge ähnlich attraktiv sein kann, wie die erste Austragung des Ossiloop anners im Mai dieses Jahres. Damit könne erneut ein Gemeinschaftsgefühl geschafft werden, das bei den Ossiloopern jetzt schon außergewöhnlich groß ist.

Teilnahme kostenlos

Das Mitmachen ist gratis. Dazu gehört auch die Startnummer inklusive Versand. Auf beiden Veranstalterseiten gibt es bei der Anmeldung die Möglichkeit, für ein Nachhaltigkeitsprojekt zu spenden. Geld, um Bäume zu pflanzen. Die Gesamtkilometer werden in der Ossiloop-App gesammelt oder man trägt sie auf der Seite des Veranstalters ein. Täglich werden die Kilometer aus Baden-Württemberg mitgeteilt. Damit kann das Duell in zwei parallel wachsenden Gesamtkilometerbalken verfolgt werden.

Anmeldung per App

Anmelden kann man sich über die Ossiloop-App oder die Internetseite von Spaß mit Sport. Die Anmeldung wird am 14. Dezember geöffnet. Es zählen alle Kilometer, die zu Fuß zurückgelegt werden. Also Wanderer, Walker, Läufer, Spaziergänger. Jeder kann mitmachen, Ossilooper sowie Freunde und Unterstützer überall in Deutschland und der Welt. Die App registriert die Kilometer, aber auch andere Messalternativen sind möglich. Die Bedingungen sind wie beim Ossiloop anners.

aus "Anzeiger für Harlingerland" vom 11.12.2020

 

 

OSTFRIESLAND. (as) Edzard Wirtjes hatte es im Vorfeld schon angekündigt – dieses Jahr würde es mehr Dörloper beim Ossiloop geben als sonst. Jetzt, nach dem virtuellen Ossiloop, der für alle so ganz anders war als die bisherigen Ausgaben, steht es fest: 3282 Läufer dürfen sich über das begehrte Dörloper-Shirt freuen. Starteten bei der ersten Etappe 3406 Ossiloper gemeinsam und doch irgendwie getrennt voneinander, waren es bei der letzten Etappe immer noch 3348. Davon bestritten laut Veranstalter aber auch nur 3282 alle Etappen.

Die wenigsten Läufer wagten sich beim vierten Teilstück auf die Straße. Da galt es, knapp zwölf Kilometer zu absolvieren, die längste Strecke von allen sechs. Trotzdem meisterten diese auch 3366 Starter.

aus "Anzeiger für Harlingerland" vom 20.05.2020

 

Aus der Notlösung wird eine Erfolgsgeschichte / Organisator Edzard Wirtjes zieht positives Fazit – Erfahrungen bieten Möglichkeiten für die Zukunft / Mit der großen Zahl der Läufer hatten die Verantwortlichen selbst nicht gerechnet. Abschluss an einen traditionsreichen Ort.

Edzard Wirtjes präsentierte in Dunum das neue Dörloper- shirt.BILD: Jochen Schrievers
Edzard Wirtjes präsentierte in Dunum das neue Dörloper- shirt.BILD: Jochen Schrievers

OSTFRIESLAND. (JS) Mit der sechsten Etappe ist gestern der 39. Ossiloop beendet worden. Statt gemeinsam vom Meer nach Leer, absolvierten die Athleten ihre Teilstücke in ihrem persönlichen Umfeld. Auch wenn vielen die gemeinsamen Busfahrten und das Wiedersehen mit alten Bekannten fehlte, fiel die Meinung zum „Ossiloop anners“ durchweg positiv aus. Die Läufer, ihre Familien und Freunde haben sich in den vergangenen drei Wochen dafür einiges einfallen lassen.

Der alte Genossenschaftsschuppen in Dunum findet im Laufe des Jahres wenig Beachtung. Auch gestern morgen schlummerte das Gebäude seinen Dornröschenschlaf. Die Treppe zur Laderampe ist grasbewachsen, die Fugen zwischen den Klinkern sind stellenweise zerbröckelt. Einmal im Jahr ist hier jedoch richtig was los. Denn schon seit der ersten Auflage 1982 ist der Schuppen Start- oder Zielort einer Ossiloopetappe. Seit vielen Jahren schenken dort die Dunumer Landfrauen Tee aus. Gestern morgen machten sich jedoch nur zwei Läufer bereit, um von dort auf ihre letzte Etappe des Ossiloop 2020 zu gehen: Heike Dirks und Edzard Wirtjes aus dem Orga-Team. Auf die Strecke geschickt wurden sie vom Dunumer Lauf-Urgestein Eibo Eiben, der standesgemäß mit Startklappe zur Stelle war.

Auch wenn in diesem Jahr alles anders war, ziehen fast alle ein positives Fazit.

OSTFRIESLAND. (von Jochen Schrievers) Viele waren skeptisch, doch eigentlich alle sind letztlich froh, sich angemeldet zu haben. Der 39. Ossiloop liegt hinter den Athleten, die sich einiges haben einfallen lassen, um doch noch ein bisschen vom gewohnten Ossiloop-Gefühl abzubekommen. Geschichten, die sonst in den Bussen zu den Startorten und nach der Etappe in Richtung Heimat ausgetauscht worden sind, wurden diesmal per Whatsapp und Facebook erzählt. Und an den kleinen Geschichten, die den Ossiloop so besonders machen, hat es nicht gefehlt. Das lag nicht nur an den Läufern selbst, sondern auch an denen, die sonst im Zielbereich und an der Strecke die Athleten anfeuern. Zieleinläufe auf der eigenen Einfahrt und persönliche Fanclubs an der Strecke sorgten dafür, dass die Läufer motiviert blieben. Und wer von den etwa 3500 Startern hat nicht schon einmal davon geträumt, als Erster ins Ziel zu kommen, oder ein persönliches Begleitfahrrad zu haben. All das war in diesem Jahr möglich. Da jeder für sich alleine laufen musste, eröffneten sich zudem ganz neue Möglichkeiten. Laufen mit Kinderwagen oder Hund – alles kein Problem.

Die dezentrale Austragungsform erlaubte es auch Läufern, die nicht vor Ort sind, am Ossiloop teilzunehmen und so ein Stück Heimat zu importieren – wohin auch immer. Rund um den Globus wurde gelaufen. Und wer gar nicht ohne die Anfeuerungsrufe von Heino Krüger im Ziel auskam, der bekam zu jeder Etappe ein passendes Video geliefert. Der Ossiloop 2020 hat zwar allen Spaß gemacht, dennoch freuen sich fast alle schon jetzt darauf, im kommenden Jahr wieder im gewohnten Modus starten zu können. Denn ganz an das Original kam die neue Form eben doch nicht heran. Auch in den kommenden Wochen und vielleicht Monaten werden die Läufer alleine auf den Strecken in Friesland, Ostfriesland und dem Rest der Welt unterwegs sein. Viele von ihnen werden dabei ihr neues Dörlopershirt tragen. Denn die begehrte Trophäe darf natürlich auch in einem Jahr, in dem fast alles anders ist, nicht fehlen.

Ossiloop - Etappen finden an den geplanten Terminen statt - keine zentrale Laufstrecke / Organisator Edzard Wirtjes setzt auf eine kreative Lösung - App ist in der Entwicklung.

Bensersiel/Leer. (jos) Der Terminplan für die 39. Auflage des Ossiloop wird nicht geändert. Das teilten die Organisatoren um Edzard Wirtjes gestern mit. Die erste Etappe findet wie geplant am 28. April um 19 Uhr statt. Doch es geht dieses Mal nicht vom Meer nach Leer. Die Läufer sollen zwar alle zeitgleich starten, aber nicht auf einer festen Strecke. Jeder soll seine Kilometer da abspulen, wo er gerade ist. Über eine App können sich die Teilnehmer einloggen, sodass die Teilnahme bestätigt wird. Eine Zeitnahme wird es nicht geben. Dafür haben alle die Chance, sofern sie alle sechs Etappen bestreiten, das Dörloper-Shirt zu erhalten. Von einer generellen Absage oder einer Verschiebung in den Herbst haben die Verantwortlichen Abstand genommen. Auch wenn sie wissen, dass dieser Ossiloop nicht wie die anderen sein wird.

Dieses Jahr wird es statt großen Gruppen nur einzelne Läufer geben.BILD: Joachim Albers
Dieses Jahr wird es statt großen Gruppen nur einzelne Läufer geben.BILD: Joachim Albers

Besondere Probleme erfordern besondere Lösungen – und entgegen aller Witze sind Ostfriesen für unkonventionelle Denkansätze bekannt. Das beweist jetzt auch Edzard Wirtjes, Organisator des Ossiloops.

Die 39. Auflage des Etappenlaufs wird in anderer Form stattfinden, als die bisherigen Austragungen. Gelaufen wird an den geplanten Terminen, aber nicht auf einer gemeinsamen Strecke. „Nach den Entscheidungen der Landesregierung, alle Veranstaltungen mit mehr als 1000 Teilnehmern abzusagen ist klar, der Ossiloop kann in der gewohnten Form nicht stattfinden. Das war absehbar und wir beschäftigen uns schon länger damit, welche Alternativen wir haben. Das Verschieben auf den Herbst haben wir verworfen, da Herbstferien und besonders der Gallimarkt und die Entwicklung es unrealistisch erscheinen lassen“, heißt es in einer Pressemitteilung der Verantwortlichen.

Doch einfach absagen, wollten die Organisatoren den Ossiloop auch nicht. Daher soll jeder angemeldete Teilnehmer am 28. April um 19 Uhr die erste Etappe in Angriff nehmen. „Der Unterschied zur gewohnten Durchführung ist, das man da läuft, wo man gerade ist – zu Hause“, heißt es von den Verantwortlichen weiter. Das bedeutet, dass sich jeder seine Strecke aussuchen kann, solange sie 11,2 Kilometer lang ist. Die Läufer bekommen, wie angekündigt, ihre Startnummern ab Freitag, 27. März, bei Spaß mit Sport, Am alten Handelshafen 2, in Leer. An den jeweiligen Lauftagen sollen die Athleten ihre Startnummer tragen. Es wird derzeit an der Entwicklung einer Ossiloop-App gearbeitet, über die sich die Läufer zum Start mit ihrem Teilnehmercode einloggen können. Über die App wird der Lauf registriert. Hierfür steht ein Zeitfenster von etwa zwei Stunden, angepasst an die Etappenlänge, zur Verfügung. Eine Zeitnahme erfolgt nicht. Wer alle sechs Etappen bestreitet, bekommt auch in diesem Jahr das Dörloper-Shirt. An den Feinheiten und der Gestaltung der App arbeiten die Verantwortlichen in den kommenden Tagen weiter.

Auch wenn das Gemeinschaftsgefühl auf der Strecke und die Anfeuerungen der Zuschauer vielen fehlen werden, bietet die dezentrale Austragung den Läufern völlig neue Möglichkeiten. Vom Crosslauf im eigenen Garten über Höhenmeter am Deich oder dem Stadtlauf durch die Nachbarschaft ist alles möglich. „Dies kann zwar das gewohnte Ossiloopgefühl nicht ersetzen, aber wir wollen etwas Motivierendes vermitteln und damit ein positives Zeichen setzen“, lautet die Einschätzung der Verantwortlichen.

Weitere Informationen zum genauen Ablauf und der App werden zeitnah auf der Internetseite des Ossiloops veröffentlicht.

Mehr Infos unter www.ossiloop.eu

aus "Anzeiger für Harlingerland" vom 14.03.2020

 

 

Etappenlauf - 39. Auflage startet am 28. April in Bensersiel

Knapp drei Monate vor dem ersten Startschuss haben sich bereits mehr als 1800 Läufer  angemeldet.    BILD: Joachim Albers
Knapp drei Monate vor dem ersten Startschuss haben sich bereits mehr als 1800 Läufer angemeldet. BILD: Joachim Albers

OSTFRIESLAND. (JES) Am 28. April ist es soweit: Der Ossiloop geht in seine 39. Runde. Gelaufen wird in diesem Jahr von Bensersiel nach Leer. Bereits jetzt haben sich mehr als 1800 Läufer für den beliebten Etappenlauf angemeldet.

Gegenüber den Vorjahren wird sich am Streckenverlauf kaum etwas ändern. So wird auf der ersten Etappe von Bensersiel nach Dunum (11,2 Kilometer) gelaufen. Das zweite Teilstück führt die Teilnehmer von Dunum nach Plaggenburg (11,5 Kilometer). Besonders beliebt beim Ossiloop ist die Etappe, bei der es durch Aurich geht und die mit 9,7 Kilometern gleichzeitig die kürzeste auf dem Weg nach Leer ist. Nach dem Bergfest geht es weiter von Holtrop nach Bagband. Mit 11,9 Kilometern ist dieses Teilstück auch in diesem Jahr das längste. Bei der vorletzten Etappe geht es vom Gut Stikelkamp nach Holtland (9,8 Kilometer), ehe für die Ossiloper die finalen 10,2 Kilometer von Nortmoor nach Leer anstehen.

Neu in diesem Jahr ist, dass die Laufveranstaltung eine eigene Hymne erhält. Zwei Musiker aus Ostfriesland haben ein Lied für den Ossiloop komponiert. Erstmals werden sie das Lied in Bensersiel vor der ersten Etappe als Premiere live spielen und singen.

Außerdem ist ein Beutel für alle Etappen geplant. Eine Logistikklasse der BBS 2 Emden hat ein Konzept erarbeitet, wie Kleidung und Ausrüstung vom Start zum Ziel transportiert werden kann. Dazu gibt es einen Stoffbeutel, den die Läufer kurz vor dem Start in eine Kiste legen und im Ziel wieder rausnehmen.

Mehr Infos unter www.ossiloop.eu

aus "Anzeiger für Harlingerland" vom 04.02.2010

 

 

Voll eingestellt auf das kalte Wetter und hoch motiviert: Das Ossiloop-Team des MTV-Wittmund:

 

 

Ostfriesland. (AH) Die Termine für die 38. Auflage des Ossiloops stehen fest: Der Startschuss fällt am Dienstag, 30. April, in Leer. Getreu dem Motto „von Leer ans Meer“ geht es auf der klassischen Ossiloop-Strecke in sechs Etappen Richtung Bensersiel. Das finale Teilstück führt die Teilnehmer am Freitag, 17. Mai, von Dunum nach Bensersiel.
Anmeldungen nimmt Organisator Edzard Wirtjes online entgegen. Frühes Anmelden lohnt sich: Bis zum 15. Januar kostet das Dörloper-Startgeld für Erwachsene 45 Euro, für Jugendliche 33 Euro.
Mehr Informationen unter: www.ossiloop.eu

aus "Anzeiger für Harlingerland" vom 13.12.2018

 

Bilder vom Ossiloop aus den letzten Jahren

Der diesjährige Ossiloop ist zu Ende gegangen - die Läufer haben die traditionellen sechs Etappen hinter sich gebracht. Deshalb hier noch einmal ein paar Eindrücke aus den letzten Jahren von den Aktiven unseres Vereins bei diesem großartigen Ereignis. Vielleicht hat ja noch der eine oder andere Lust, im nächsten Jahr ebenfalls dabei zu sein und die eine oder andere Etappe oder sogar die ganze Strecke mitzulaufen ...

 

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30. Ostfrieslandlauf

Aus Anlass des 30. Ostfrieslandlaufes hat der "Anzeiger für Harlingerland" einige Artikel veröffentlicht, in denen auch die Historie nicht zu kurz kommt und die wir freundlicherweise an dieser Stelle veröffentlichen dürfen. Viel Spaß bei der Lektüre:

Die Anfänge

Die Liste der bisherigen Sieger

Bemerkenswerte Ereignisse beim Ossiloop